Vertrauen in den Virenschutz?

Avast VirenschutzSicherheitsbewusste Benutzer von PCs, Smartphones oder Tablets installieren auf ihren Geräten Programme zum Virenschutz. So haben wir es gelernt. Und ein jeder hat sich dazu seinen Lieblings-Virenschützer ausgesucht und auf mehreren Geräten eingerichtet. Im Jahr 2015 lagen die Anbieter Avast und AVG in Hinblick auf ihre Marktanteile unter dem Betriebssystem Windows bei gut 21 Prozent (Platz 1 für Avast) beziehungsweise bei knapp 9 Prozent (Platz 3 für AVG). Man kann also davon ausgehen, dass die beiden Anbieter, die beide der gleichen Antivirenfirma gehören, weltweit auf fast jedem dritten Windows-PC installiert waren oder es noch sind. (Siehe Quelle 1.)

Virenschutz: Ist das Vertrauen in den Anbieter gerechtfertigt?

Das Computermagazin c’t hat in seiner Ausgabe 5/2020 einen Bericht veröffentlicht, aus dem hervor geht, dass Avast jahrelang umfangreiche Daten über das Surfverhalten seiner Nutzer erfasst und damit Millionen verdient hat. (Siehe Quelle 2.)

Was ist vorgefallen? – Der tschechische Virenschutz-Hersteller hat offenbar seit 2013 über sein Tochterunternehmen Jumpshot das Surfverhalten der Avast- und AVG-Nutzer protokolliert. Die Ergebnisse hat die Firma angabegemäß anonymisiert an interessierte Unternehmen verkauft. So wurden unter anderem das Einkaufsverhalten oder der Pornokonsum von Avast-Kunden registriert und weitergegeben.

Internationales Medienecho sorgte dafür, dass der Avast-CEO Ondej Vlek im Januar 2020 bekannt gab, man habe die Unternehmenstochter Jumpshot eliminiert. Aber selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Sammelwut von Avast ein Ende gefunden hat, bleibt die entscheidende Frage offen:

Würden Sie einem Programm zum Virenschutz vertrauen, das Ihr Surfverhalten mitgeschnitten und an Dritte verkauft hat? Schloss & Ende


Quellen:

  1. Marktanteile Windows-Antivirus (Statista, Stand 2015)
  2. Wie Avast die Daten seiner Kunden verkauft hat (c’t, Ausgabe 5/2020)

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